Outfits

Phänomen Jogginghose

Feierabend, ab nach Hause und als erstes in die Jogginghose? Kommt dir das bekannt vor? Bei mir läuft es oft ganz genauso ab. Bisher habe ich auch noch nicht oft über dieses Phänomen nachgedacht. Aber aktuell sind sehr viele Menschen jeden Tag zuhause. Und da frag ich mich, was die wohl alle tragen. In den sozialen Medien habe ich oft gelesen, dass man sich jetzt nicht schminken muss, die Kleidung nicht bügeln muss, sich nicht die Haare waschen muss und den ganzen Tag im Gammellook verbringen kann. (Kleiner Hinweis an dieser Stelle: fällt dir auf, wie oft hier das Wort „muss“ steht? Jetzt ist die Zeit für „können“ gekommen ?) Aber was genau steckt dahinter? Woher kommt diese Einstellung?

Freiheitsgefühl und Wohlfühlmodus

In den 70er Jahren wurde der Wert „Freiheit“ sehr großgeschrieben. Welches Kleidungsstück kann dieses Gefühl besser vermitteln als eine schöne bequeme Jogginghose. Und natürlich waren die USA in dieser Hinsicht Vorreiter und haben diese Hose alltagstauglich gemacht.  

Heute bedeutet der Wechsel von der Jeans zur Jogginghose für viele, dass nun der entspannte Teil des Tages beginnt. Es ist Teil einer alltäglichen Routine und signalisiert dem Gehirn, dass es jetzt ruhen darf. Jetzt müssen wir nicht mehr nur funktionieren, sondern können das machen, was uns guttut. Das ist super und eine großartige Möglichkeit, wirklich eine Pause zu machen.

Das Ding ist aber (und das bekomme ich jetzt verstärkt mit), dass viele im Home-Office Jogginghose tragen. Quasi zu der Zeit, in der sie produktiv und fokussiert arbeiten möchten. Kann das funktionieren?

Augen auf bei der richtigen Kleiderwahl

Mir stellt sich hier die spannende Frage: unterscheidet sich die Produktivität in Abhängigkeit zur getragenen Kleidung? Es ist nachgewiesen, dass man in einem Anzug oder schicker Kleidung selbstbewusster wirkt. Und sei es nur am Telefon oder in der Mail. Dein Gegenüber merkt deinen „Modus“ anhand deiner Stimme. Probiere es doch einfach mal aus. Ich wette mit dir, dass du in einem Businessoutfit viel sicherer wirkst als im Kuscheloutfit. Wie eben bereits angedeutet, verbindet das Gehirn bestimmte Erfahrungen mit Kleidung. Schon als Kinder sehen wir oft, dass Mama und Papa sich „fürs Büro schick machen“, einen Anzug tragen usw. Bei Vorstellungsgesprächen ist es ebenfalls gern gesehen (ob man sich dann wirklich darin wohlfühlt, ist eine andere Geschichte).

„In Jogginghose gehe ich nicht raus“

Warum denken einige, dass „man“ damit nicht rausgehen darf? Ich spreche da aus Erfahrung, denn in meinem Heimatdorf wird man tatsächlich schief angeschaut, wenn man damit „nur mal eben Brötchen holen geht“. Aber ganz ehrlich? Wenn ich morgens wach werde, brauche ich eine ganze Weile, um richtig fit und präsent zu sein. Da steht mir der Sinn nicht nach einer engen Jeans oder einem Kleidchen mit Strumpfhose. Gemütlichkeit ist hier angesagt! Erst nach dem ersten Kaffee und einem ausgiebigen Frühstück schlüpfe ich in mein Alltagsoutfit. Selbst am Wochenende bleibe ich selten den ganzen Tag in der Kuschelhose. Warum? Weil ich mich dann immer in einer entspannten Stimmung befinde und nicht so richtig ins Tun komme. Wenn das beabsichtigt ist (an so richtigen Couch-Sonntagen), dann passt es natürlich perfekt.

Wie ist es bei dir? Lass es mich gern wissen und lass einen Kommentar da. Wenn du dich intensiver mit deiner Garderobe auseinander setzen willst, schau dir gern meinen Garderobencheck an 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.